CO2 Abgabe-Studie: Wie wirksam sind Varianten einer CO2-Bepreisung?

Lange: „Kombi-Modell“ aus CO2-Mindestpreis im Emissionshandel und Steuerreform wirksamste und pragmatischste Lösung

Berlin/Freiburg/Stuttgart.

Der CO2 Abgabe e.V. hat vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion die Ausgestaltung verschiedener Varianten einer CO2-Bepreisung untersucht. Sie reichen von der Ausweitung des Europäischen Emissionshandels (ETS) auf die Bereiche Wärme und Verkehr (Variante A), einen alleinigen CO2-Mindestpreis im ETS (Variante B) über eine isolierte Energiesteuerreform im Wärme- und Verkehrsbereich mit unterschiedlichen Preisansätzen (Varianten C und D) bis hin zu einer Kombination aus CO2-Mindestpreis im Emissionshandel und Energiesteuerreform (Variante E, „Kombi-Modell“).

„Wer Klimaschutz ernst meint und eine schnelle, wirksame und zielorientierte Lösung anstrebt, kommt um eine Kombination aus CO2-Mindestpreis im Stromsektor sowie eine Energiesteuerreform bei Wärme und Verkehr nicht herum (Variante E „Kombi-Modell)“, sagte Dr. Jörg Lange, Autor der Studie und Vorstand des CO2 Abgabe e.V.. Das Kombi-Modell besticht durch die größte Lenkungswirkung. Sie entsteht immer dann, wenn alle Sektoren in ein Preissystem einbezogen werden. „Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr können mit einer am Klimaschutz ausgerichteten Angleichung staatlich veranlasster Energiepreisbestandteile verhindert und abgebaut werden“, so Lange.

(mehr …)

Gemeinsame Pressemitteilung von Germanwatch, Stiftung Neue Energie und CO2 Abgabe e.V.

Umfrage: Fast zwei Drittel für CO2-Steuerreform

Auch Unions-Wähler und Geringverdiener mehrheitlich für an CO2-Ausstoß orientierter Steuerreform / Wenig Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland / Auftraggeber der Umfrage fordern CO2-Preis ab 2020

Berlin (2. Juni 2019). Fast zwei Drittel der Wahlberechtigten (62 Prozent) halten eine CO2-orientierte Reform der Abgaben, Umlagen und Steuern auf Energie grundsätzlich für sinnvoll. Das zeigt eine neue repräsentative Umfrage von infratest dimap im Auftrag der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch, der Stiftung Neue Energie und des Vereins CO2Abgabe. Auch Geringverdiener und Unions-Wähler befürworten demnach mit jeweils 58 bzw. 59 Prozent eine CO2-Steuerreform. Mit Blick auf die kommenden Landtagswahlen besonders interessant: In Ostdeutschland wird eine solche Steuerreform ebenfalls mehrheitlich befürwortet. Die Zustimmung der Menschen im Osten steigt von gut der Hälfte (55%) auf fast zwei Drittel (64%), wenn der CO2-Preis aufkommensneutral ist.

85 Prozent der Menschen wollen, dass Klimaschutz weiterhin eine große oder sogar noch größere Bedeutung für die Politik hat

Alle Ergebnisgrafiken finden Sie in der PDF-Datei hier: “dimap-Umfrage – Meinungen zum Klimaschutz”

(mehr …)

CDU: Missbräuchlicher Gebrauch von Fakten (Wissen) zur CO2-Bepreisung in Großbritannien

Ein Faktencheck des CO2 Abgabe e.V. zur offenen Antwort der CDU auf den youtube Beitrag von Rezo

In der offenen Antwort der CDU zum youtube von Rezo wird zur CO2-Bepreisung ausgeführt:

“Und zur ehrlichen Analyse der Wirkungen von CO2-Steuern in anderen Ländern wäre noch zu ergänzen: Tatsächlich war Großbritannien bei der Emissionsreduktion gerade im letzten Jahrzehnt erfolgreich. Ein wesentlicher Grund dafür ist die erheblich gesteigerte Nutzung der Kernkraft: seit 2008 von 13 auf 21 Prozent
(
https://www.gov.uk/government/statistics/electricity-section-5-energy-trends).

Mit der Darstellung dieser an sich richtig wieder gegebenen Zahlen soll ganz offensichtlich der Eindruck erweckt werden, dass die Emissionsminderung in Großbritannien nicht auf die Einführung eines CO2-Preises, sondern auf die Zunahme der Kernenergie bei der Stromerzeugung zurückzuführen ist.

Hier nun die Faktenlage der angegeben Quelle:

(mehr …)

Das war der CO2 Abgabe e.V. auf den Berliner Energietagen 2019

Das war der CO2 Abgabe e.V. auf den Berliner Energietagen 2019

Bildquelle: Rolf Schulten

 

Die Berliner Energietage gelten als Leitveranstaltung der Energiewende in Deutschland, bei denen sich meinungsbildende Akteure / Entscheidungsträger*innen zu den aktuellen politischen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen austauschen.

Die Veranstaltung dieses Jahr war geprägt von einer Aufbruchsstimmung, unter anderem mit Anwesenheit von Fridays for Future Aktivist*innen. In zahlreichen Veranstaltungen lässt sich eine Dynamisierung der Klima- und Energieszene bemerken, wichtige politische Entscheidungen wurden mit Aufmerksamkeit verfolgt.

Der CO2 Abgabe Verein durfte hier mit einer Veranstaltung zur CO2-Bepreisung mit Unterstützung unserer Mitglieder EWS Schönau, Solares Bauen und Heinz-Ulrich Broziewski natürlich nicht fehlen. In kürzester Zeit war diese ausgebucht war.

Ein Preis auf CO2 gilt als marktwirtschaftliche Form, technologieoffen die Lücke zu den Klimazielen in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr zu schließen. Warum brauchen wir ihn, wie sähe eine mögliche Ausgestaltung genau aus, ohne „unsanierte Pendelnde“ zu belasten und eine Abwanderung von Investitionen und Emissionen der Industrie zu verhindern?

Diese Fragen haben wir mit relevanten Akteuren aus Wissenschaft, Ministerien, Unternehmen und Verbänden diskutiert.

Klar wurde schnell, dass es einen breiten Konsens zur klimapolitischen Notwendigkeit einer CO2-Bepreisung und dessen Lenkungswirkung gab. “Wir wollen Rebound-Effekte vermeiden. Wir brauchen eine klare Lenkungswirkung“, sagte Berthold Goeke aus dem Bundesumweltministerium.

Viel Diskussion gab es zur Ausgestaltung. “Eine CO2-Bepreisung müsste vor allem wirksam, aufkommensneutral und sozial ausgewogen sein“, sagte Hans-Borchard Kahmann, Referatsleiter im Bundesministerium der Finanzen.

Auch das Publikum konnte in Abstimmungsfragen zur Debatte beitragen. Auf die Frage: “Welche Form der Rückverteilung der Einnahmen aus einer CO2-Bepreisung verbinden Sie mit der höchsten Lenkungswirkung für den Klimaschutz?“

stimmten 65% für die Variante „Gegenfinanzierung der EEG-Umlage, der KWKG-Umlage, der Stromsteuer und der Steuern auf Heizöl und Heizgas“ ab.

Gegen die Ausnahmen der Grundstoffindustrie beim Klimaschutz sprachen sich ebenso die Mehrheit (68%) aus.

Bildquelle: Rolf Schulten

Eine neue Perspektive/ einen neuen Schwung hat Dr. Harald Welzer, Soziologe, in die Debatte gebracht. “Der Klimawandel ist ein Fall der Erstmaligkeit. Die Eingriffe in unseren Stoffwechsel sind so radikal, das kennen wir nicht. Die Falle besteht darin, dass wir ein sehr erfolgreiches Wirtschaftssystem haben. Aber Erfolg ist im Krisensystem eine Falle“, sagte er.